Union warnt vor falschen Erwartungen an „Nur Ja heißt Ja“ – unterstützt längere Verjährung

12.06.2026


Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) drängt vor der Justizministerkonferenz auf eine weitere Verschärfung des Sexualstrafrechts. Nach ihren Vorstellungen sollen sexuelle Handlungen nur dann als einvernehmlich gelten, wenn zuvor eine ausdrückliche Zustimmung erteilt wurde – nach dem Prinzip „Nur Ja heißt Ja“. Zugleich will sie die Verjährungsfrist bei Vergewaltigung deutlich ausweiten: Statt wie bisher nach fünf Jahren sollen entsprechende Taten erst nach 20 Jahren verjähren. Eine fünfjährige Frist sei „zu kurz“, sagte Hubig und verwies darauf, dass bei vergleichbar schweren Verbrechen bereits heute deutlich längere Verjährungsfristen gelten.

Hubig knüpft damit an die Reform des Jahres 2016 an, als Deutschland das Prinzip „Nein heißt Nein“ eingeführt hatte. Seitdem ist jede sexuelle Handlung strafbar, die gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person vorgenommen wird – unabhängig davon, ob sich das Opfer körperlich gewehrt oder ob der Täter Gewalt angewendet hat. Vor der Reform war eine Vergewaltigung rechtlich in der Regel erst dann gegeben, wenn der Wille des Opfers mit Gewalt oder Gewaltandrohung gebrochen oder dessen Schutzlosigkeit ausgenutzt wurde. Nach Ansicht der Ministerin ist nun „die Zeit reif für den nächsten Schritt“, um die sexuelle Selbstbestimmung konsequenter zu schützen, insbesondere in Situationen, in denen Betroffene etwa in einer Schockstarre kein klares „Nein“ äußern können.

Rückhalt für die geplante Verlängerung der Verjährungsfrist kommt aus der Union. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Günter Krings (CDU), betonte, viele Betroffene bräuchten Jahre oder sogar Jahrzehnte, bevor sie in der Lage seien, eine Anzeige zu erstatten. Eine längere Frist würde ihnen den nötigen Raum geben, diesen Schritt zu gehen. Zugleich hält Krings eine weitere Verschärfung in Richtung eines strikten „Nur Ja heißt Ja“-Konsensprinzips für problematisch. Die Beweisschwierigkeiten blieben auch bei einer neuen Regelung bestehen, argumentiert er: Sexuelle Übergriffe fänden nahezu ausnahmslos ohne Zeugen statt, und die Frage, ob ein „Nein“ erkennbar gewesen sei oder ob ein ausdrückliches „Ja“ eingeholt wurde, ändere strukturell wenig an der Beweislage in Ermittlungsverfahren und vor Gericht.

Politisch ist Hubigs Vorstoß in Berlin nicht neu. Die Grünen hatten im Bundestag bereits ein Modell vorgeschlagen, das stärker auf ausdrückliche Zustimmung abstellt. SPD-Abgeordnete zeigten sich offen, Vertreter von Union und AfD reagierten dagegen skeptisch; der Entwurf wurde in die Ausschüsse überwiesen. Hubig verweist zudem darauf, dass viele europäische Staaten bereits ähnliche Konsenslösungen eingeführt hätten und diese dort funktionierten. In Deutschland dürfte die Debatte nun an Schärfe gewinnen: Während die längere Verjährungsfrist parteiübergreifend Chancen auf Zustimmung hat, ist offen, ob sich ein umfassendes „Nur Ja heißt Ja“-Prinzip im Sexualstrafrecht politisch durchsetzen lässt.

Taiwan Prosecutors Widen Probe Into Alleged NT$159 Billion Cost Inflation at CPC LNG Project

05.07.2026


Taiwanese prosecutors have intensified an investigation into alleged large-scale budget inflation at state-owned CPC Corp.’s third liquefied natural gas receiving terminal, launching a fourth round of coordinated searches targeting construction contractor Royal Chang Construction Co. and related parties. The Taipei District Prosecutors Office ordered investigators from the Agency Against Corruption and the Investigation Bureau to fan out across 27 locations, summoning 14 people for questioning in connection with the Guantang LNG terminal’s offshore breakwater works.

The probe centers on claims that the budget for the Guantang terminal’s "outer extension" breakwater project was repeatedly marked up in a short period. According to an anonymous complaint backed by a key audio recording cited in multiple reports, the original estimate of about NT$94 billion ($2.9 billion) rose through at least four rounds of increases to a final contract value of NT$253 billion. The recording is said to suggest that the price escalation was driven from the CPC side, with a specified construction firm ultimately winning the contract under a "most advantageous tender" mechanism.

Prosecutors began looking into the case last year after receiving the anonymous submission. To secure documents and electronic records, they carried out three search operations between December and early January that covered CPC, engineering consultant CECI Engineering Consultants’ Taiwan unit, and residences and offices of individuals linked to the project, seizing materials from a total of 11 sites and bringing in former CECI chairman Shih Yi-fang and others for questioning. All those questioned in those rounds, as well as the 14 individuals brought in following the latest searches, were released after questioning as the investigation continues.

The scale and pace of the inquiry has drawn political scrutiny. Opposition lawmaker Lo Chih-chiang has criticized what he describes as slow progress in moving from initial complaints, which he says date back to 2022, to raids on the winning contractor, questioning why the latest search of Royal Chang came months after earlier actions against CPC and consultants. Lo has also highlighted CPC’s high leverage and reliance on state-backed financing as reasons for closer oversight of major capital spending. The Ministry of Economic Affairs said it had already conducted an administrative probe at the request of the Legislative Yuan and forwarded its findings to prosecutors in January, while CPC has pledged to keep cooperating with judicial authorities in an effort to clarify the facts.